Die Kinder, kranken und alten Menschen hatten keine Chance zu überleben: In der Nacht des 2. August 1944 wurden die 4300 Sinti und Roma im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der SS – trotz heftigen Widerstands – in die Gaskammern getrieben und ermordet. Zum 82. Jahrestag der Auflösung des Lagerabschnitts B II e laden der Zentralrat sowie das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma gemeinsam mit dem Verband der Roma in Polen in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau am 2. August 2026 zu der zentralen internationalen Gedenkveranstaltung an den Ort des Menschheitsverbrechens ein.

2015 wurde dieser Tag vom Europäischen Parlament als Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma anerkannt. Um an diese Entscheidung zu erinnern, wird die europäische Perspektive in den Mittelpunkt gerückt. Dazu wird auch eine international besetzte Delegation des Europarates an der Veranstaltung teilnehmen.
Als hochrangiger Gast wird Isabelle Berro-Amadei, Präsidentin des Ministerkomitees des Europarates und Ministerin für auswärtige Angelegenheiten und Zusammenarbeit von Monaco, eine Ansprache halten. Auch Petra Bayr, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, wird bei der Gedenkveranstaltung sprechen. Die Bundesregierung wird durch Michael Brand, Parlamentarischer Staatssekretär und Beauftragter gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, vertreten, der ebenfalls als Redner auftritt. Für die Holocaust-Überlebenden der Sinti und Roma wird Dieter Flack aus Deutschland das Wort ergreifen.
Die offizielle Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die 500.000 ermordeten Sinti und Roma im NS-besetzten Europa beginnt am Sonntag, 2. August 2026, um 12 Uhr in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau – und zwar in jenem Lagerabschnitt, in dem Sinti und Roma aus dem NS-besetzten Europa unter menschenverachtenden Verhältnissen zusammengepfercht worden waren.
Neben Angehörigen der Minderheit der Sinti und Roma aus vielen Ländern, Repräsentanten des polnischen Staates, der Kirchen und anderer internationaler Institutionen und Organisationen sind auch die Botschafter verschiedener Länder und weitere diplomatische Vertreter anwesend.
Zusammen mit dem Internationalen Roma Jugendnetzwerk TernYpe organisiert das Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum zudem erneut in Krakau unter dem Titel „Dikh He Na Bister” (Romanes für „Look and don’t forget“) eine mehrtägige Bildungsveranstaltung mit über 150 jungen Sinti und Roma sowie Nicht-Angehörigen der Minderheit aus ganz Europa, die auch an dem Gedenkakt teilnehmen werden.
Die Gedenkveranstaltung wird live über die Website https://www.roma-sinti-holocaust-memorial-day.eu/ gestreamt. Das Video wird dort anschließend dauerhaft mit einem breiten Informationsangebot (DE/EN/PL/Romanes) zum Holocaust an der Minderheit verfügbar sein.


