Am 16. Mai 1940 verschleppten NS-Schergen hunderte Sinti und Roma aus ganz Südwestdeutschland – darunter auch Familien der Minderheit aus Heidelberg. Zum Gedenken an die Mai-Deportation lädt das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma am Samstag, 16. Mai, um 17 Uhr zu einer Führung auf den Spuren der Heidelberger Sinti durch die Altstadt ein. Das Dokumentationszentrum beteiligt sich außerdem mit zwei Sonderführungen am Internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai, um 11 und 14 Uhr. Vorgestellt werden dabei Einzelschicksale der Sinti und Roma. Um Anmeldung für alle Angebote wird per E-Mail an info@sintiundroma.degebeten, die Teilnahme ist aber auch spontan möglich.

Die Bürgerrechtlerin Ilona Lagrene hat viele Jahre den Rundgang durch die Altstadt auf den Spuren der Heidelberger Sinti organisiert und über das Leben, die Ausgrenzung und Verfolgung der Minderheit informiert. Im November 2023 ist die Sintezza leider verstorben. Ihre Tochter Jeannette Bunk und ihr Enkel Anthony Bunk setzen am Samstag, 16. Mai, um 17 Uhr die Tradition in Erinnerung an Ilona Lagrene fort. Treffpunkt ist das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in der Bremeneckgasse 2.
Am 16. Mai 1940 verschleppten NS-Schergen die Sinti und Roma aus Südwestdeutschland zunächst zur Festung Hohenasperg bei Stuttgart. Drei Tage später begann die Deportation der Kinder, Frauen und Männer in die Gettos und Konzentrationslager im besetzten Polen. Vor ihren ehemaligen Wohnungen in der Steingasse, der Kleinen Mantelgasse und der Pfaffengasse wird vom Schicksal der Familien erzählt.
Der Internationale Museumstag wird am Sonntag, 17. Mai, in Deutschland gefeiert. Damit machen gleichzeitig Museen auch weltweit auf ihre gesellschaftliche Rolle aufmerksam. Natürlich auch in Heidelberg.
Und daran beteiligt sich das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma erneut mit einem besonderen Angebot. Um 11 und um 14 Uhr gibt es an diesem Tag zwei kostenlose Sonderführungen jeweils mit einem Gespräch zu „Schwerpunkten der Dauerausstellung“. In der europaweit einzigen Dauerausstellung zum Holocaust an den Sinti und Roma wird die Verfolgungsgeschichte der Minderheit zwischen 1933 und 1945 präsentiert – von der stufenweisen Ausgrenzung und Entrechtung bis hin zur systematischen Vernichtung. Ausgehend von den Menschen, die erst zu Opfern gemacht wurden, sind ihre Biographien ins Zentrum gerückt. Am Internationalen Museumstag soll an Persönlichkeiten wie Herbert „Ricky“ Adler, Ceija Stojka sowie die Bruder Willy und Rudolf Blum und ihre Geschichte erinnert werden.



