
Im Alter von 84 Jahren ist der US-amerikanische Bürgerrechtler, Politiker und Pastor Jesse Jackson gestorben. Seit den 1960er Jahren hatte Jackson sich im Kampf für die Rechte von Afroamerikanern in den USA engagiert. Als Politiker der Demokraten kandidierte er in den 1980er Jahren zweimal für das Präsidentenamt der USA und bereitete damit letztlich den Weg für die Wahl des ersten schwarzen Präsidenten Barack Obama im Jahr 2008.
Jesse Jackson, eine Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung, sprach am 2. August 2019 als Hauptredner auf Einladung des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma beim Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Gemeinsam mit Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, unterzeichnete er einen Appell gegen Antiziganismus.
(Foto: Jesse Jackson bei seiner Ansprache am 2. August 2019, © Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma / Jarek Praszkiewicz)
Jesse Jacksons Vermächtnis geht weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus. Weltweit setzte er sich gegen Diskriminierung, von Minderheiten ein und inspirierte nicht nur als Aktivist, sondern ebenso als Visionär viele Bürgerrechtsbewegungen. Dabei stellte er sich auch an die Seite der Sinti und Roma. Anlässlich des 75. Holocaust-Gedenktages für die im Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma Europas am 2. August 2019 sprach Jesse Jackson am historischen Ort des Verbrechens, im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, zu 1.500 Menschen.
Sinti und Roma hätten wie Afro-Amerikaner und People of Colour ein schlimmes Schicksal erlitten und lange unter der Verwehrung von Menschen- und Bürgerrechten gelitten, betonte er damals. Dann ermutigte er uns, auch angesichts großer Herausforderungen den Kampf gegen Antiziganismus, für Teilhabe und gegen das Vergessen nie aufzugeben. „Gehen Sie dabei vorwärts in Hoffnung und nicht rückwärts in Angst“, gab uns Jesse Jackson damals mit auf dem Weg. Sein Rat soll uns gerade in Zeiten eines wachsenden Antiziganismus in Politik und Gesellschaft stets wichtige Ermutigung sein.
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