Ständige Ausstellung Heidelberg

Die Ständige Ausstellung zum Holocaust an den Sinti und Roma in Heidelberg (Foto: Archiv DokuZ/Kehrel)

Öffnungszeiten

Dienstag:
9.30 – 19.45 Uhr

Mittwoch, Donnerstag, Freitag:
9.30 – 16.30 Uhr

Samstag, Sonntag:
11.00 – 16.30 Uhr

Montag sowie an gesetzlichen Feiertagen geschlossen.

Eintritt frei
Barrierefreier Zugang

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Seit März 1997 ist im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg die erste ständige Ausstellung zu sehen, die den nationalsozialistischen Völkermord an dieser Minderheit dokumentiert. Auf drei Ebenen und einer Fläche von fast 700 qm wird die Geschichte der Verfolgung der Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus nachgezeichnet: von der stufenweisen Ausgrenzung und Entrechtung im Deutschen Reich bis hin zur systematischen Vernichtung im nationalsozialistisch besetzten Europa.

Wie der damalige Bundespräsident Roman Herzog 1997 betonte, wurde „der Völkermord an den Sinti und Roma aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt wie der an den Juden. Sie wurden im gesamten Einflussbereich der Nationalsozialisten systematisch und familienweise vom Kleinkind bis zum Greis ermordet.“

Die Darstellung der Verfolgungsgeschichte in unserer ständigen Ausstellung geht von Menschen aus, die zu Opfern erst gemacht wurden. Ihre Biografien stehen im Zentrum der Ausstellung. Den Dokumenten der Nationalsozialisten, in denen Sinti und Roma systematisch entmenschlicht und entpersönlicht werden, stehen deshalb die Zeugnisse der Opfer und die Berichte der Überlebenden gegenüber.

Einen zentralen Stellenwert nehmen dabei historische Familienbilder ein. Sie zeigen, in welch vielfältiger Weise Sinti und Roma in das gesellschaftliche und lokale Leben integriert waren. Sie machen immer wieder bewusst, dass sich hinter den abstrakten Dokumenten der bürokratisch organisierten Vernichtung unzählige zerstörte Lebenswege und menschliche Schicksale verbergen.

Diese beiden Ebenen – Normalität und Alltag der Minderheit einerseits, Terror und Verfolgungsapparat anderseits – werden in der Ausstellung räumlich und gestalterisch deutlich voneinander abgehoben und gleichzeitig zueinander in Beziehung gesetzt.