Vortrag: Die Geschichte der deutschen Sinti

„Die Geschichte der deutschen Sinti“ lautet der Titel des Vortrags von Jan Kreutz, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Dokumentation- und Kulturzentrums deutscher Sinti und Roma, am Samstag, 7. Mai, um 19 Uhr im Rathaussaal in Pfaffenhofen. Gemeinsam mit Ilona Roché, Vorsitzende des Arbeitskreises Sinti und Roma Ingolstadt, möchte er damit einen Beitrag gegen das Vergessen leisten. Im Anschluss wird der Film „Die Kinder von Mulfingen“, über die Deportation von Sinti-Kinder aus einem Kinderheim in Baden-Württemberg nach Auschwitz, gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Gruppenbild von Sinti-Kindern im Kinderheim der St. Josefspflege in Mulfingen in den 1930er oder 1940er Jahren. Am linken Bildrand ist eine Nonne im Habit zu sehen.
Sinti-Kinder während ihres Aufenthalts in der St. Josefspflege (Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)

In Württemberg wurden alle in Heimen lebenden Sinti-Kinder im katholischen Kinderheim St. Josefspflege in Mulfingen zusammengelegt. Eva Justin, Mitarbeiterin der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ in Berlin, missbrauchte die Kinder als Untersuchungsobjekte für ihre Doktorarbeit. Im Mai 1944 kamen sie fast alle nach Auschwitz-Birkenau. Von den 39 deportierten Mulfinger Sinti-Kindern haben nur vier den Völkermord überlebt.