Zentrum ist „National Focal Point“ für EU-Trainingsprogramm von Sinti- und Roma-Mediatoren

Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma hat die Funktion des „National Focal Point“ für das Europäische Trainingsprogramm von Sinti- und Roma-Mediatoren des Europarats übernommen. Am 15. April 2011 startete in Berlin das Trainingsprogramm des Europarats für Sinti- und Roma-Mediatoren in Deutschland. Der erste Trainingsdurchgang dauerte vier Tage, in denen die teilnehmenden Mediatoren aus dem Bildungsbereich mit der Konzeption des Europarats vertraut gemacht wurden. Das Ziel des Europarats ist darauf ausgerichtet, die Arbeit der Mediatoren qualitativ zu verbessern und effektiver zu gestalten. Die aus ganz Deutschland angereisten Mediatoren äußerten sich abschließend sehr positiv über die erste Trainingsphase. Nach der ersten Trainingsrunde folgt nun eine sechsmonatige praktische Phase, in der das Konzept in der alltäglichen Arbeit der Mediatoren umgesetzt werden soll. Danach erfolgen ein zweiter Trainingsdurchgang und ein Evaluierungstreffen, auf dem die Erfolge und Misserfolge bewertet und weitere Maßnahmen und mögliche Folgeschritte erörtert werden. Das Dokumentationszentrum als „National Focal Point“ hat die Aufgabe, die Mediatoren in der 6-monatigen Praxisphase zu unterstützen und gegebenenfalls helfend einzugreifen. Dem Europarat berichtet das Zentrum monatlich über den Stand der Arbeit der einzelnen Mediatoren und unterstützt ihn bei der Beobachtung und Überwachung des Programmablaufs. Das Zentrum wirkt bei der Vorbereitung der zweiten Trainingsphase mit und ist Berichterstatter auf der abschließenden Evaluierungskonferenz. Das Trainingsprogramm für Roma- und Sinti-Mediatoren geht auf ein Treffen auf hoher Ebene des Europarats in Straßburg im Oktober 2010 zurück, auf dem einstimmig die weitverbreitete Diskriminierung von Roma und ihre soziale und wirtschaftliche Marginalisierung verurteilt wurde. Die resultierende „Straßburger Erklärung“ enthält neben dem Mediatorenprogramm Leitlinien und Prioritäten zur Nichtdiskriminierung und Menschenrechten für die Sinti und Roma-Minderheiten in Europa.