Susanne Siegert plädiert für „Gedenken neu denken“

Wie sieht unsere Erinnerungskultur in Zukunft aus? Wie erinnern sich kommende Generationen an Holocaust und Shoah? In einer Zeit, in der Antisemitismus und Antiziganismus in einem bedrohlichen Ausmaß ansteigen, steht auch die Gedenk- und Erinnerungsarbeit vor großen Herausforderungen. Und während gerade bei Jüngeren das Wissen um die deutsche Vergangenheit weiter abnimmt, wird es bald auch keine Zeitzeug*innen der nationalsozialistischen Verbrechen mehr geben. Damit beschäftigt sich die Journalistin Susanne Siegert in ihrem Buch „Gedenken neu denken“, das sie am Donnerstag, 21. Mai, um 20 Uhr bei zwinger x in der Zwingerstraße 3 vorstellt.

Susanne Siegert thematisiert auch weniger bekannte Verbrechen sowie bisher vernachlässigte Opfergruppen – wie Sinti und Roma. Foto: Ina Lebedjew

Susanne Siegert ist 1992 geboren und eine der bekanntesten Stimmen der digitalen Erinnerungskultur in Deutschland. Sie zeigt seit Jahren ganz praktisch, wie eine neue Form der Gedenkarbeit aussehen kann: Auf dem Account @keine.erinnerungskultur klärt sie auf Instagram und TikTok über den Nationalsozialismus auf und erreicht damit über 200.000 Follower*innen. plädiert sie für ein aktives und pluralistisches Erinnern. Dabei nimmt sie die Nachfahren der Tätergeneration in die Pflicht und thematisiert auch weniger bekannte Verbrechen sowie bisher vernachlässigte Opfergruppen.

Für ihre innovative und engagierte Arbeit wurde sie 2024 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet, 2025 erhielt sie den Margot Friedländer Preis. 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma mit dem Theater und Orchester Heidelberg und zwinger x. Für die Tickets gilt ein solidarisches Preisprinzip von 3 Euro bis 19 Euro unter https://theaterheidelberg.eventim-inhouse.de/webshop/webticket/bestseatselect?eventId=15642&el=true