Lackenbach: Das größte Zwangsarbeitslager für Sinti und Roma im Deutschen Reich

Ende November 1940 wurde im burgenlän­dischen Lackenbach das größte Zwangsar­beitslager für Sinti und Roma im Deutschen Reich eingerichtet. Es war ein Ort systemati­scher Schikanen, struktureller Ausgrenzung und schwerster erzwungener Arbeiten. Zu­gleich fungierte Lackenbach als zentrales Durchgangslager für die Deportation tau­sender Männer, Frauen und Kinder, die der Minderheit angehörten, in die Konzentra­tions- und Vernichtungslager. Die meisten von ihnen wurden ermordet. Dem österreichischen Historiker Dr. Herbert Brettl ist es gelungen, durch die umfassenden Recherchen zu seinem Buch „Das Lager Lackenbach“ bestehende Forschungslücken zu schließen. Am Freitag, 6. November, wird er um 18 Uhr seine Ergebnisse im Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma vorstellen. Der Eintritt ist frei.

Ein Ort systematischer Schikanen: Das Lager Lackenbach wurde im November 1940 eingerichtet. Foto: Sammlung Prof. Leopold Banny

Der Lehrbeauftragte an der Pädagogischen Hochschule Burgenland beleuchtet neben den Akteuren des Lageraufbaus, der Verwal­tung und der Wachmannschaften insbeson­dere die Situation von Kindern und Jugend­lichen sowie das System der Zwangsarbeit.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Forschungsstelle Antiziganismus und der Stadt Heidelberg im Rahmen der Aktionswochen Sinti Roma.