Sehen, was wir nicht sehen, oder wie Robin Hood zur Zigeunerin wird

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Datum
Donnerstag 05. Juli 2018
20:00 Uhr

Veranstaltungsort
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma – Berliner Büro Aufbau Haus am Moritzplatz
Prinzenstraße 84.2
10969 Berlin


Oft greifen wir schon im Vorfeld einer realen Begegnung auf eine uns wohlvertraute, aber kaum bewusste Lesart unserer Umwelt zurück, nach der jede Äußerung des Fremden als Zeichen einer Bedrohung gedeutet wird. Unsere Kultur hält einen Vorrat von Mythen, Bildern und Geschichten bereit, die sich uns aufdrängen. Klaus-Michael Bogdal nennt diesen Vorrat das ‚böse Gedächtnis‘ der Gesellschaft. Weshalb sind wir sicher, etwas gesehen zu haben, das wir gar nicht gesehen haben?

Unsere Wahrnehmungen werden von Mustern und komplexen Ordnungsschemata gelenkt, nach denen wir unsere Umwelt „aufteilen“: in „uns“ und die „anderen“, die „Guten“ und die „Bösen“, die „Zivilisierten“ und die „Wilden“, usw. Über einige dieser Muster wird Klaus-Michael Bogdal anhand von „Zigeuner“-Darstellungen in Spielfilmen sprechen.

Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal

Professor für Germanistische Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld. Zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Literatur und Literaturtheorie, zuletzt u.a. „Abenteuerliche, Abgebrühte, Ausgebrannte“ und „1945: Narrative eines historischen Epochenumbruchs“ (2017). 2013 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für das Buch „Europa erfindet die Zigeuner“.


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