RomArchive für den Grimme Online Award 2020 nominiert

RomArchive, das Digitale Archive der Sinti und Roma ist für den renommierten Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ unter den Nominierten. Nutzer*innen können außerdem bis zum 14. Juni über den Publikumspreis abstimmen. Die Preisverleihung findet am 25. Juni 2020 in Köln statt.

Mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ werden Vermittlungsangebote ausgezeichnet, die für die Allgemeinheit relevante Inhalte zur Verfügung stellen und der gesellschaftlichen Bildung, Beratung und Aufklärung dienen. Das RomArchive ist unter den Nominierten, da es die Künste und Kulturen der Roma und ihren Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte endlich sichtbar macht. Mit dem Onlinearchiv wurde eine im Internet weltweit zugängliche, verlässliche Wissensquelle geschaffen, die Stereotypen und Vorurteilen mit Fakten begegnet. Das RomArchive ist seit Januar 2019 online und steht seit einem Jahr unter der Trägerschaft des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma.

Unter allen Nominierten können die Nutzer*innen bis zum 14. Juni zusätzlich über den Publikumspreis abstimmen, darunter auch für das RomArchive:

Zur Abstimmung


Zum Hintergrund

Grimme Online Award: Seit dem Jahr 2001 werden vom Grimme-Institut jährlich herausragende deutschsprachige Online-Angebote in vier Kategorien ausgezeichnet. Nominierungsvorschläge können von jedem eingereicht werden. Aus den Vorschlägen werden von einer unabhängigen Fachjury die Nominierten ausgewählt. Zusätzlich wird ein Publikumspreis verliehen, die Abstimmung dazu findet online statt und ermöglicht allen Nutzer*innen die Teilnahme.

www.grimme-online-award.de

RomArchive: Das Digitale Archiv der Sinti und Roma, ist seit dem 24. Januar 2019 online und macht die Künste und Kulturen der Roma und ihren Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte endlich sichtbar. Durch von Roma und Sinti selbst erzählte Geschichten schafft RomArchive eine im Internet international zugängliche, verlässliche Wissensquelle, die Stereotypen und Vorurteilen mit Fakten begegnet.

Inhaltlich haben 14 Kurator*innen die Darstellung bestimmt und exemplarisch künstlerische Beiträge für die Archivbereiche Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik, Tanz, Theater und Drama und den interdisziplinären Bereich Flamenco ausgewählt, darüber hinaus Material zur Bilderpolitik, Selbstzeugnisse im Zusammenhang mit der Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus sowie wissenschaftliches Material zur Bürgerrechtsbewegung. Mit den verschiedenen Arbeitsgruppen sind etwa 150 Akteure aus 15 Ländern am Projekt beteiligt. Sie bilden ein weltweites Netzwerk von Kulturschaffenden, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen, die hauptsächlich zur Minderheit gehören und RomArchive zum derzeit größten Kulturprojekt von, für und mit Sinti und Roma machen, in dem das Prinzip der „Romani Leadership“ konsequent umgesetzt wird.

Die auf ständigen Zuwachs angelegte Sammlung des Archivs spiegelt exemplarisch die enorme Bandbreite und Diversität von kulturellen Identitäten und nationalen Eigenheiten wider, anstatt ein realitätsfremdes Bild einer homogenen „Roma-Kultur“ zu vermitteln. Der Reichtum einer jahrhundertealten und bis in die Gegenwart überaus lebendigen und vielseitigen künstlerischen und kulturellen Produktion wird hier erstmals in diesem Umfang öffentlich sichtbar.

Seit der Unterzeichnung des Übernahmevertrags am 27. März 2019 steht das RomArchive unter der Trägerschaft des Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. In den Jahren des Aufbaus bis zum Launch von RomArchive (2015–2019), stand das Projekt unter der Trägerschaft der sauerbrey | raabe gUG (haftungsbeschränkt) und wurde von der Kulturstiftung des Bundes mit 3,75 Millionen Euro unterstützt.

www.romarchive.eu

Pressekontakt

Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
presse@sintiundroma.de, +49 6221 981102